Pfarrgemeinde St. Martin Zorneding

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Offene Wunden

Vorbemerkung: Anfang Dezember 2010 hat ein unabhängiges Gutachten zu Übergriffen durch pastorale Mitarbeiter im Bistum München-Freising in der Zeit von 1945 bis 2009 einen beschönigenden und verharmlosenden Sprachgebrauch sowie „Desinteresse gegenüber dem Opferschicksal“ aufgedeckt. Durch die Verwendung von Tätern an anderer Stelle unter Verschweigen der Hintergründe seien weitere Opfer sehenden Auges in Kauf genommen worden. Den jeweiligen Tätern sei dagegen „inadäquate Fürsorge“ mit absichtlichem Vertuschen zuteil geworden, um öffentliche Wahrnehmung und Skandale zu vermeiden. Das von Kardinal Marx vorgestellte Gutachten kann also zur Klärung und Reinigung beitragen: http://www.erzbistum-muenchen.de/media/media14418720.PDF


Der Bamberger Erzbischof Schick appellierte angesichts der Krise an die Katholiken, nicht aus der Kirche auszutreten: „Tretet nicht aus, sondern auf!“ (Sonntag aktuell 23.05.2010). Diesen Aufruf nehmen wir zum Anlass, unter der Rubrik „Kontraste“ in Zukunft kontroverse Themen aufzugreifen, und beginnen mit dem Missbrauchsskandal:

Der neue Pfarrgemeinderat der Pfarrei St.Martin beschäftigte sich zu Beginn seiner Arbeit (2010) auch mit dem Missbrauchs-Skandal in der katholischen Kirche, von dem unsere Pfarrei nicht direkt betroffen ist. Dass auch die PGR-Mitglieder die Meldungen in den Medien über Missbrauchsfälle an Kindern mit Erschrecken und Abscheu verfolgen, brauchen wir nicht extra zu betonen. Statt einer weiteren Stellungnahme drucken wir deshalb einige relevante Zitate ab, ohne diese weiter zu kommentieren. In diesen Zitaten stecken weitere Themen, die wir in den folgenden Pfarrbriefen aufgreifen werden.

"Die Kirche in Irland muss, um von dieser tiefen Wunde zu genesen, die schwere Sünde gegen schutzlose Kinder vor Gott und vor anderen offen zugeben. (...) Lasst Euch das Ansporn sein für eine ehrliche Gewissenserforschung und ein engagiertes Programm kirchlicher und persönlicher Erneuerung. (...) Zu den Faktoren (die zum Entstehen der augenblicklichen Krise geführt haben, die Red.) sind sicherlich zu zählen: (...) eine gesellschaftliche Tendenz, den Klerus und andere Autoritäten zu begünstigen; sowie eine unangebrachte Sorge um den Ruf der Kirche und die Vermeidung von Skandalen."
Der Heilige Vater Benedikt XVI. in seinem Hirtenbrief an die Katholiken in Irland vom 19.03.2010

"Die Zukunft verlangt weitere Schritte zur umfassenden Prävention. Wir fordern die Gemeinden und besonders die Verantwortlichen in unseren Schulen und der Jugendarbeit auf, eine Kultur des aufmerksamen Hinschauens zu pflegen. Wir unterstützen eine Pädagogik, die der Stärkung der Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen verpflichtet ist." Erklärung der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 25.02.2010

"Tatsache ist auch, dass über 90% der Fälle sexuellen Missbrauchs innerhalb der Familie und der Verwandtschaft stattfindet."
Wunibald Müller, der Leiter des Recolectio-Hauses der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach, in seinem neuem Buch: "Verschwiegene Wunden. Sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche erkennen und verhindern". Mit einem Vorwort von Anselm Grün. ISBN 3466370000, 14,95€, erschienen am 15.05.2010

"Studien zufolge sind 1,5 bis 5 Prozent aller katholischen Geistlichen in den letzten 50 Jahren in Missbrauchsfälle verwickelt gewesen."
Silvano Tomasi, der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, am 22.09.2009 (Wikipedia: "sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche").

"Das Fehlverhalten Einzelner, aber auch das Schweigen und Wegsehen Vieler haben großes menschliches Leid verursacht und dem Ansehen unserer Kirche schweren Schaden zugefügt."
Alois Glück, Vorsitzender des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, in einer Erklärung vom 08.02.2010

"Nicht, indem man sich auf die Vergangenheit stützt, deren Bruchstücke einsammelt, wird man die Probleme von heute und morgen lösen. (...) Die Moderne ist unumgehbar, und weil sie dies vergessen hat, ist die Kirche heute in einer solchen Krise."
Henri Boulad, ägyptischer Jesuit in seinem lesenswerten Brief "SOS für die Kirche von heute" an Papst Benedikt XVI.  in: Imprimatur 43 (2010) 49-52. Februar 2010 http://www.pfarrer-initiative.at/Boulad_an_den_Papst.pdf

"In der katholischen Sexual-Moral stand immer das Verbot im Vordergrund. (...) Im Rückblick wird eine geradezu ungeheuerliche Diskrepanz deutlich. Wie will man eine Institution nennen, die eine solche Moral predigt und solche Taten verdeckt? Sagen wir einmal, sie habe damit eine doppelte Moral gezeigt."
Dr. Ludwig Sanhüter, Theologe und Philosoph in der Main-Post am 19.03.2010

Der Bamberger Erzbischof Schick verlangt als Lehre aus dem Missbrauchsskandal einen Kurswechsel im Klerus: "Die Kirche insgesamt muss offener werden." Dazu gehöre mehr Verantwortung für die Laien. "Sie müssen von den Amtsträgern mehr einbezogen und gehört werden. Und sie müssen mehr in Entscheidungsgremien mitwirken", sagt Schick, "da muss in den Bistumsleitungen und sicherlich auch auf Weltkirchenebene mehr geschehen." (Spiegel 08.05.2010).

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Er warnte vor der Herrschaft des Geldes, das mit einer „Geißel der Angst, Ungleichheit und wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und militärischer Gewalt“ herrsche und die „immer mehr Gewalt in einer Abwärts- spirale hervorbringt, die nie zu enden scheint“. Der Papst ermunterte die Organisationen, dass sie aufgerufen seien, Demokratie, die sich in einer ernsten Krise befindet „wieder zu beleben und wieder neu zu errichten“.

 

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